DEVASTATOR, Disquiet und Small Heap Misery

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Mosh n Roll, 09.03.2013, Juki 42, Ahrensburg

Schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt, aber die Maniacs sind heute Abend woanders zum Haareschütteln eingekehrt. Small Heap Misery gehen kurz nach neun auf die Bühne und dreschen nach kurzer Warnung in Form eines undefinierbaren Intros los. Die fünf Jungs bieten flotten melodielastigen Thrash-Metal und lassen sich von der mauen Zuschaueranzahl nicht beeindrucken. Ihren modernen Mix aus Nähmaschinenschlagzeug und viel klarem Gesag nehmen die ca. 35 Anwesenden, darunter viele Mädels, mit Wohlwollen wahr. Nach jedem der acht oder neun Songs wird brav geklatscht. Das Durchschnittsalter kratzt hier ganz scharf an der 20 Jahre-Grenze, was ich persönlich gut finde. Harte Musik wird niemals sterben. Punkt! Die Kellinghusener sind durch die Bank weg gute Instrumentalisten und beherrschen auch tiefen als auch cleanen Gesang. Die Gitarrensoli wirken chaotisch sind aber bei genauerer Betrachtung eine Bereicherung für das musikalische Gewand. Macht Spaß zu hören und zu sehen, aber irgendwie zu glatt und sauber.

Disquiet aus den Niederlanden dreschen sich durch ein 40-minütiges Set, dass zum Bangen und Moshen einlädt und von der ersten Sekunde an ist klar, dass hier alte Hasen am Start sind. Den sympatischen Jungs aus NL ist die Spielfreude anzumerken und die Reaktionen seitens der Zuschauer sind eine Stufe inbrünstiger als bei SHM. Ende 2011 haben Disquiet ihr erstes Album „Scars Of Undying Grief“ rausgefeuert und hält mit „Trenches of Blood“ einen echten Bunkerbrecher parat. Der vor tollen Melodien strotzende Thrash findet durch willige Gehörgänge und gammelige Ganglien seinen Weg ins offene Tanzbein. Die Bühnenpräsenz ist fest in der Hand Seans, seines Zeichens Fronter und Schreihals bei Disquiet. Das Gitarrendou hätte meines Erachtens noch sehr viel lauter drücken können und müssen, aber das soll auch der einzige Kritikpunkt am heutigen Auftritt sein. Die Niederländer nehmen eine Anstaltspackung Applaus mit über die Grenze und dürfen trotz der teilweise strapazierten Melodien gerne wiederkommen.

Die live über alles Erhabenen Schwermetall-Verwüster von Devastator haben einen cremigen Tag erwischt und geben nicht einen fliegenden Fick auf die mickrige Crowd vor der Bühne, die ganze zwei Headbanger hervorbringt. Mittlerweile durfte ich die Band ein halbes Dutzend Male in ihrem natürlichen Biotop beobachten, und ich bin zu dem Schluss gelangt, dass die nur schwerlich einen schlechten Auftritt hinlegen können. Alle Hits sind vertreten. Bei „Scratching the Surface“ wird auch von den mittleren Reihen durchgebangt, „Through Oceans of Flesh“ drückt brutal im Gesicht und spätestens nach dem neuen Krach-Elaborat namens „Pork“ würde es im Fußballkommentar ungefähr so heißen wie „Die Mannschaft fährt das Ding ganz entspannt nach Hause.“

Fazit:
Auch diese Festung wurde sturmreif geschossen. Es ist nur schade, dass heute zeitgleich drei Konkurrenzveranstaltungen im Einzugsgebiet des HVV stattfinden, sonst wäre der Applaus sicher wesentlich lauter ausgefallen, aber was solls? Harte Musik wird immer ein Stück weit exklusiv bleiben. Das heutige Paket fürn schlaffen Fünfer ist praktisch geschenkt. Nach dieser Tour de Force für Nacken und Leber verpassen wir kollektiv die letzte Bahn und juckeln per Taxi nach Hause.

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