Interview mit NECRONOMICON

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Mit ihrem neuen Output „Invictus“ begeisterten die unkaputtbaren NECRONOMICON unseren Redakteur Robin dermaßen, dass dieser gleich ein Interview mit Bandgründer, Gitarrist und Vocalist Freddy führte und mit ihm über Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukunftspläne sprach.

METALIZE.ME: Hi, wie geht’s?
NECRONOMICON: Hi, danke der Nachfrage. Mir geht es bestens!

MM: Ihr habt gerade eine neues Album Namens „Invictus“ auf den Markt gebracht, gibt es schon erste Reaktionen seitens der Fans oder der Presse?
N: Ja…und wie. Wir staunen selbst ein wenig. Durchweg grandiose Reviews. Außer 2 Ausnahmen, die ich nicht nennen möchte, da wir mit denen auf Kriegsfuß stehen. Anmkg: ich habe mich einmal etwas negativ über den ein oder anderen Redakteur geäußert und fachliche Kompetenz abgesprochen. Aber ich kann damit sehr gut leben. Bei den Fans geht es gerade voll ab. Ich freu mich, daß „Invictus“ solch einen Anklang findet. Geil!

MM: Kannst du etwas über die Entstehung des neuen Albums bzw. ein paar Details über die Lieder erzählen?
N: Es ist mein persönlichstes Album. Ich bin auch andere Wege gegangen. Im Herbst habe ich mich hingesetzt und das Album in 6 Wochen geschrieben. Parallel arbeitete ich die songs im Studio aus, so daß das Arrangement mehr oder weniger aus dem Bauch heraus entschieden wurde. Also nicht ewig an nem song rumfeilen, sondern dem ersten Gefühl oder Gedanken seinen Platz einräumen.
Darüber hinaus habe ich die Vergangenheit der Band textlich u.a. mit Metaphern verarbeitet.
Textlich haben wir schon immer zwischen klassischen Thrash-Lyrics, düsteren Themen und auch politischen Statements variiert. Die meisten Thrash-Bands beschränken sich oft nur auf eines der Themen. Diese Vielfalt ist auch bei den Lyrics der neuen Scheibe erhalten geblieben. Das hat die Band auch immer ausgezeichnet. Vielleicht ist das ja ein Relikt von unseren Punk Wurzeln.
Für den sound war wieder mal Achim Köhler verantwortlich, der uns auch dahingehend ein neues Kleid verpaßte. Ich bin wirklich sehr Stolz auf dieses Teil und hoffe, auch unserer Fangemeinde was besonderes abgeliefert zu haben.

MM: Erzähl uns doch mal ein wenig über die Geschichte von NECRONOMICON. Euch gibt es ja schon seit Mitte der 80iger. Wart ihr eigentlich die ganze Zeit aktiv oder habt ihr euch zwischenzeitlich mal aufgelöst und wieder reformiert?
N: Nein, wir waren immer aktiv. Es ist schlichtweg falsch, von einer Wiedervereinigung oder reunion zu sprechen. Das Problem lag an der Vergangenheit, die ja hinlänglich bekannt ist und mit dem Deal bei Gama Rec. begann das Ganze Elend ja, was dazu führte, daß wir nach dem „Escalation“ Album alle Rechte für 10 Jahre verloren. Dazu kamen natürlich auch die privaten Schicksalsschläge der Band. Wir haben das in unserer Biographie genau erklärt. Ich möchte diese Kapitel von NECRONOMICON auch schließen. Seit dem „Construction of evil“ Album läuft es so, wie es von Anfang an hätte laufen können. Aber lieber spät als nie! Dazu kommt, daß es uns, glaube ich, seit der „Construction of evil“ immer gelungen ist noch einen „draufzusetzen“. Wer kann das schon vorweisen? Das bleibt dann auch nicht unbemerkt. Wir haben auf reload gedrückt und die Vergangeheit begraben.

MM: Eigentlich könntet ihr bei eurer Vergangenheit ja auch einen Film drehen, wie ANVIL dies getan haben (wobei ich denke dass ihr diese Art von Popularitätschub gar nicht nötig habt mit der neuem Output, wie ich in meinem Review schrieb).
N: Komisch, daß auch du das sagst (hahaha). Da muß was dran sein. Ich würde mich darüber freuen, wenn der Band der Repekt gebührt wird, den sie auch verdient hat. Da brauche ich keinen Film, obwohl ich die Jungs von Anvil dafür bewundere.  Wenn ich die Reviews der letzten Jahre betrachte, sind wir einige der ganz wenigen Bands, die den, wie schon erwähnt, Level immer hoch halten konnte und jedes Album eine Steigerung war.  Was aber auch verdammt schwer war.

MM: „My Thoughts Running Free“ hab ich auch ein wenig mit ANVIL verglichen, kannst du dem zustimmen?
N: Mmmh, ich kenne Anvil zu wenig, um das objektiv bewerten zu können. Das überlasse ich anderen. Aber das freut mich. Fakt ist aber, daß ich viele Ideen aus Filmen bzw. Movietracks bekommen habe, die mit Metal so gar nichts zu tun hatten. So komme ich auch nicht in die Versuchung zu „Klauen“, obwohl man das Rad ja bekanntlichermaßen nicht neu erfinden kann. Aber „Thoughts running freee“ ist einer meiner Lieblingsongs.

MM: Wer kam eigentlich auf die Idee des Akustik Tracks „Posessed Again“? Auf jeden Fall ne coole Nummer, denn genau diese Art von Abwechslung, die es früher auf Thrash Alben öfter mal gab (siehe OVERKILLs „Under The Influence“ Album z.B.) fehlt mir etwas auf der Flut an neuen Thrash Bands.
N: Das kam uns bei unserer ersten Rußlandtournee. Der Grundgedanke stammt von Andy, meinem 2. Gitarristen. Wir hatten eine Autogrammstunde in einem Musikstore und da jammten wir 4 oder 5 songs einfach akkustisch. Das kam so gut an, daß wir beschlossen, eine unplugged Nummer zu machen.

MM: Welches sind denn deine/eure derzeitigen Faves an Bands? Was hört ihr am liebsten oder inspiriert euch dieser Tage am meisten?
N: Zur Zeit höre ich die alten Sachen wieder gerne. Aber aus allen Metal Bereichen. Das fängt bei Motörhead (Ace of spades) geht über Whitesnake und hört bei Maiden auf.
Ich brauche das auch immer nach einer neuen Produktion. Da kriege ich den Kopf wieder vollkommen frei. Und das „alte“ ist ja fast Zeitlos.

MM: Und jetzt bitte deine 3 All-Time-Faves an Alben.
NMotörhead  – the ace of spades
Slayer  –          reign in blood
Iron Maiden –  the number of………

alle Kiss Alben    und viele viele mehr. 3 reichen da nicht!!!

MM: Wie sieht es denn mit zukünftigen Live Aktivitäten aus? Ist eine Tour geplant oder gibt es Sommer Festivals die schon bestätigt sind?
N:Wir wollen dieses Jahr u.a. nach Südamerika und ich bin gerade in Verhandlungen, was ein Charity Projekt in Südafrika betrifft. Ein sehr bekannter Rapper, der auch schon mit Bejonce Knowless und R. Kelly gearbeitet hat, will das mit einer Tour verbinden. Und dann hoffe ich natürlich, daß wir noch das ein oder andere große Festival in Deutschland spielen. Zeitlich ist das für keinen von uns ein Problem, da außer meinem 2. Gitarristen (Andy) fast alle schon fast hauptberuflich für die Band arbeiten. Das ist eine weitere positive Entwicklung von NECRONOMICON.

MM: Wo wir beim Thema „Live“ sind, wann sind denn die 4 Live Tracks, die als Bonus auf der neuen Scheibe sind, entstanden?
N: In Rußland. u.a. in Moskau und St. Petersburg bei unserer letzten Tour. Wir hatten dort ideale Bedingungen für ein Live Album.

MM: Und wie sehen euer generellen Zukunftspläne aus? Wollt ihr euch stärker etablieren oder sagt ihr wie z.B. TANKARD, es langt euch wenn ihr ab und zu ein Album aufnehmt und am Wochenende spielt. Also das Ganze als eher Hobby betrachtet.
N: Nein, außer Andy sind wir alle zu fast 100 % Musiker. Natürlich jobben wir nebenher. „Mann“ hat ja auch einen gewissen Lebensstandard, den man konstant halten möchte. Klaus, mein drummer, gibt z.B. Schlagzeug Unterricht. Aber zeitlich sind wir voll auf NECRONOMICON fixiert. Als reines Hobby würde ich das nicht machen.

MM: Und anstatt zum Abschluss die berühmten letzten Worte, drehe ich den Spieß um: Stell dir eine Frage, deren Antwort du schon immer mal aller Welt erzählen wolltest!
N: Bist du verheiratet Freddy und hast du Kinder?
N: :-)) Nein, auch wenn wir schon seit ´84 am Start sind und die 30 locker geknackt haben. Aber dafür sind wir zu viel unterwegs und das große Baby NECRONOMCION ist verdammt anstrengend und braucht sehr viel Aufmerksamkeit!

MM: OK, vielen Dank für das Interview und viel Erfolg mit eurer neuen geilen Scheibe! Verdient hättet ihr es!
N: Ich habe zu danke und hoffe allen Necro-Fans und allen die es noch werden, ein verspätetes Weihnachtsgeschenk beschert zu haben und das wir uns in diesem Jahr wo auch immer alle sehen. Ich danke Euch für die jahrelange Treue und verspreche euch: We are possessed again and again and again!
Thrashy greets
Euer Freddy & NECRONOMICON

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