Interview mit EWIGHEIM

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Dieser Tage veröffentlicht die Band EWIGHEIM ihr neues Studioalbum. Eine Besprechung der Scheibe findet ihr hier und nachfolgen ein kleines online Interview, welches wir mit Yantit führten. Viel Spaß beim lesen!

Interview von Metalize.me mit EWIGHEIM.
Redakteur: Robin
Musiker: Yantit


Metalize.me
: Hallo, wie geht’s?
EWIGHEIM: Hallo, eigentlich ganz gut 

MM: Könntest du bitte eure Musik bzw. das Genre beschreiben, in welchem sich die Band EWIGHEIM befindet, damit sich Leute, die die Band nicht kennen, ein Bild machen können?
E: Einem bestimmten Genre würde ich Ewigheim nicht zuordnen, da wir Einflüsse aus ganz unterschiedlichen musikalischen Richtungen verbinden. Am besten kann man das Ganze wohl mit „rockig“, „elektronisch“ und deutschsprachig umschreiben.

MM: Was bedeutet eigentlich der Name EWIGHEIM?
E: Dazu sage ich eigentlich nichts, da jede Erklärung dem Hörer die Möglichkeit nimmt, den Namen selbst zu interpretieren. Ohne zuviel zu verraten: es geht um einen „Ort“, an den man sich nicht lebendig begeben kann, bzw. darum, was während man stirbt und nach dem Tod vor sich geht.

MM: Kannst du jetzt auch noch mit ein paar Worten die maßgeblichen Unterschiede zu EISREGEN erläutern?
E: Der Hauptunterschied liegt in den Inhalten, bei Eisregen geht es thematisch ja eher fiktiv zu, was die Geschichten zum größten Teil in den Dienst der Unterhaltung stellt. Bei Ewigheim hingegen, gebe ich ausnahmslos meine ernsthafte Meinung zum Besten und möchte es auch so verstanden wissen! Dem gegenüber lassen sich gewisse musikalische Parallelen nicht verleugnen, was einfach darin begründet liegt, dass ich auch bei Eisregen meinen kompositorischen Beitrag leiste. Darüber hinaus, gibt es bei Ewigheim fast keine musikalischen Grenzen, wir verkneifen uns lediglich bestimmte Dinge wie zum Beispiel Blast- oder Doubelbase-Parts, wobei es „beim Verkneifen“ ums Prinzip und vor allem darum geht, die eigene Musik aufs Wesentlich zu reduzieren. Bei Eisregen läuft das ganz anders, da hauen wir gern mal auf „die Kacke “ und packen lieber etwas „zu viel“ als „zu wenig“ in ein Lied.

MM: „Bereue nichts“ ist euer drittes Album. Ist EWIGHEIM eher ein Projekt oder schon eine feste Band?
E: Keine Ahnung, darüber machen wir uns keine Gedanken und es spielt auch keine Rolle. Ein „Projekt“ würde ich es aber trotzdem nicht nennen, das Wort klingt nach drei pickeligen Schülern, die versuchen etwas für den Weltfrieden zu tun… und das sind wir definitiv nicht. °lach°

MM: Kannst du uns ein wenig über das Songwriting erzählen? Wer schreibt die Songs, wer bestimmt wer was einspielt und vor allem wer hat alles mitgewirkt (als fester Musiker oder als Gastmusiker)?
E: Ewigheim besteht aus Allen B. (Schlagzeug und Gesang), Schwadorf (Leadgitarre) und mir (Yantit). Ich schreibe sowohl die Musik, die wir vor den Aufnahmen gemeinsam arrangieren, als auch die Texte. Seit ein paar Jahren nehme ich alles Grundlegende wie Rhythmusgitarren, Synthesizer, Klavier usw. in meinem eigenen Studio auf. Mit diesen Aufnahmen sind wir ins StudioE gegangen, wo das Schlagzeug, die Leadgitarren und der Gesang entstanden sind. Am Ende war M. Stock (Schwadorf) dann für den Mix/Master verantwortlich.

MM: Woher kommt die Inspiration zu solch morbiden Texten gepaart mit einer fast schon positiven Melodieführung?
E: Wie gesagt, die Texte sind nicht mehr als meine ernsthafte Meinung. Ich komme weder mit dem klar, was man einen „modernen Menschen“ nennt, noch kann ich mich mit einer „Gesellschaft“ arrangieren, die aus diesen Menschen besteht. Man fühlt sich isoliert und es ist einfach desillusionierend, als ein Teil von etwas leben zu „müssen“, das ausschließlich auf sich selbst fixiert, frei von irgendwelchen Werten in den Tag lebt und dabei alles zerstört woran man glaubt oder hängt. Wenn mir diese „Gesellschaft“ dann Vorgaben machen will, wie ich zu leben hätte um ein „ordentlicher Mensch“ und „wertvoller“ Teil von ihr zu sein, wird es knifflig… reicht dann auch, wenn ich jetzt weiter schreibe, kommt nur noch eine einzige, mehrseitige Hasstirade, an der sich ein paar der eingangs angesprochenen „Exemplare“ aufgeilen können. Wer wirklich Interesse daran hat, soll sich die Texte zur Hand nehmen und sie (etwas genauer) lesen.

MM: Der Bonustrack auf dem DigiPack („Mal ehrlich“) hat ja dagegen einen eher Gesellschaftskritischen Text. Wie kommts?
E: Mh…ich hatte schon beim Schreiben das ungute Gefühl, es könnten Leute auf die Idee kommen, der Text sei gesellschaftskritisch… – Ist er aber nicht. Er beschreibt ganz einfach, was ich empfinde, wenn ich morgens aufstehe, einen Kaffe trinke, die erste Zigarette rauche und einen großen Haufen auf alles andere scheiße…. Eine böse Welt! °lach°

MM: Es gab ja eine Vorab-Single „Dürrer Mann“, auf dessen Cover ein Mann zu sehen ist, der durch seinen abgemagerten Körper stark an die Opfer der KZ’s aus dem zweiten Weltkrieg erinnern. Woher stammt das Bild? Kannst du etwas darüber erzählen?
E: Das Bild ist eine Collage aus verschiedenen Bildern und wurde mit Photoshop erstellt. Zu den Einzellteilen möchte ich nichts sagen, dass wäre so, als wenn ein Zauberer den Trick verrät… am Ende ist die Illusion kaputt. Aber du hast Recht, als das Bild fertig war, hat es mich auch an einen KZ Häftling erinnert und ich hoffe, dass ist jetzt nicht zu „pfui“. Wenn eine Band der Meinung ist, ein Cover mit einem Foto zu „schmücken“, auf dem eine ausgeweidete Frauenleiche penetriert wird, finden das die meisten ja auch in Ordnung… Aber darum geht es auch gar nicht und das Bild sollte auch nicht „schocken“, mir war es wichtig, den Text zu „Dürrer Mann“ greifbar zu machen und das hat, wie ich finde, sehr gut geklappt.

MM: Mein persönliches Highlight ist ja der regulär letzte Song auf dem Album „Der letzte Mensch“. Gerade die Melodie, die zum Schluss fast drei Minuten gespielt wird baut eine richtig geile Atmosphäre auf. Kannst du was zu dem Song sagen und siehst du diesen Titel auch als Meisterstück an?
E: Schön, dass dir gerade dieses Lied aufgefallen ist/gefällt. Es war in seiner Entstehung mit Abstand das Stück, das uns die meisten Nerven gekostet hat und in das wir wohl auch die meiste Arbeit gesteckt haben. Das „letzte Lied“ hat bei Ewigheim schon immer eine große Rolle gespielt… frag mich nicht warum, unter Umständen hat es etwas damit zu tun, dass es wirklich das letzte Lied werden könnte. Ein Album ist fertig und man kann sich nie ganz sicher sein, ob es noch ein weiteres geben wird. Dadurch sollte das „letzte Lied“ meiner Meinung auch immer etwas Endgültiges in sich tragen, was die drei Minuten am Schluss noch mal unterstreichen. Und ja, ich mag das Lied sehr, eine Meisterstück würde ich es trotzdem nur nennen um großkotzig zu klingen. °lach°

MM
: Momentan habe ich gesehen gibt es leider nur einen bestätigten Auftritt der Band. Können wir da mehr erwarten und wer wird live da mitwirken?
E: Wieso leider? Es ist doch schon mal einer. °lach°
Aber keine Sorge, wenn die Umstände passen, werden noch ein paar weitere folgen. Wir haben in der Vergangenheit nie viele Konzerte gegeben und es ist mir wichtiger, dass die Besucher sie in guter Erinnerung behalten, als an jeder Steckdose zu spielen. So gehen wir auch gleich auf Nummer sicher und die (wenigen) Konzerte bleiben auch für uns etwas ganz Besonders. Zur Besetzung kann ich auch noch nichts Endgültiges sagen, bislang ist lediglich ein Live-Schlagzeuger fix, mal abwarten.

MM: Unsere Redakteurin Frän hat noch eine Frage zu EISREGEN. Und zwar warum bei euren Auftritten auf dem Hexentanzfestival ständig Soundprobleme herrschten. Kannst du dazu was sagen?
E: Das ist eine sehr gute Frage… die wir uns auch jedes Jahr selbst stellen. °kringel° Vor drei Jahren hatten wir auf der Bühne einen Stromausfall, dadurch ist dann Bursches Amp in die ewigen Jagdgründe eingegangen und wir mussten einige Lider ohne Gitarre spielen. Vor zwei Jahren hat der Regen die Bühnenmonitore zerstört (wodurch wir uns gegenseitig nicht hören konnten) und in diesem Jahr, war es die Hauptleitung von der Bühne zum Mixer (vor der Bühne). Die Leitung hatte (wieder durch den Regen) einen Kurzschluss und ich bin schon froh, dass keine Zuschauer verletz wurden…wie auch immer, sag der Frän mal sorry und richte ihr viele Grüsse von uns aus, 2013 wird alles besser. °lach°

MM
: Was hörst du derzeit eigentlich privat am liebsten für Musik?
E: Zum größten Teil höre ich alten Black Metal aus den neunziger Jahren, mag aber auch einige neue Sachen wie Khold, Tulus oder Sarke aus diesem Bereich. Dazu einige Bands aus ganz unterschiedlichen Richtungen wie Bethlehem, Carnivore/Type O Negative, Saint Vitus, Pungent Stench oder Autopsy.

MM: Und jetzt bitte deine 3 All Time Klassiker (Band oder Alben)
E: Machen wir fünf, drei sind gemein.
1. Carnivore – Carnivore/Retaliation
2. Type O Negative – Slow, Deep & Hard
3. Jack Frost – Wanna Die Songs
4. Autopsy – Mental Funeral
5. Bethlehem – Mein Weg

MM: Und zum Schluss, stell dir bitte selbst eine Frage, deren Antwort du schon immer mal öffentlich machen wolltest:
E: Nein, ich bin doch nicht Michael Preetz (Herta BSC) und interviewe mich selbst! °lach°

MM: Vielen dank für das Interview!
E: Ich danke Dir!

Mehr Infos zur Band unter:
ewigheim.de

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